Produktionslogistik und Fertigungssteuerung

Produktionslogistik Definition

Die Produktionslogistik ist Teil der Unternehmenslogistik. Die Unternehmenslogistik lässt sich einteilen in:

  • Beschafftungslogistik
  • Produktionslogistik
  • Distributionslogistik

Der Begriff Produktionslogistik beinhaltet die Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle der innerbetrieblichen Transport-, Umschlag- und Lagerprozesse.

Produktionslogistik Ziel

Die Produktionslogistik hat das Ziel bei geringstmöglichen Kosten in der Logistik und Produktion eine möglichst hohe Lieferfähigkeit und Liefertreue zu gewährleisten.

Die Lieferfähigkeit ist definiert als die Möglichkeit vom Kunden gewünschte Liefertermine unter Beachtung der Produktionsgegebenheiten zuzusagen.

Die Liefertreue definiert in welchem Maße die bei der Auftragserteilung zugesagten Liefertermine eingehalten werden.

Lieferfähigkeit und Liefertreue sind elementare Merkmale zur Gestaltung von marktfähigen Leistungen. Neben den Faktoren Technik, Qualität und marktgerechten Produktionskosten, bilden Sie die Basis für den Unternehmenserfolg.

Zur Erreichung dieser Ziele realisiert die Produktionslogistik mithilfe innovativer Prozesse effiziente Produktionsstrukturen. Dies wird erreicht durch die Kombination so unterschiedlicher betrieblichen Funktionen wie Logistik, IT und Controlling. Entscheidend ist hierbei das Denken in Systemen. Die Optimierung des Gesamtsystems incl. Versorgung und Entsorgung der Produktion geht hierbei vor der Optimierung von Einzelsystemen.

Neben der Verbesserung der übergeordneten Ziele Liefertreue und Lieferfähigkeit, ist eine Vielzahl von komplementären Zielen vorhanden:

  • Erhöhung der Flexibilität in Bezug auf Menge, Zeit und Produktionsprogramm
  • Minimierung von Durchlaufzeiten
  • Verringerung von Beständen
  • Kurze Transportwege in der Produktion
  • Optimierung der Losgrößen
  • Reduzierung der Herstell- und Gemeinkosten
  • optimaler Mix von Eigenfertigung u. Fremdbezug
  • Unterstützung von Make or Buy Entscheidungen
  • Reduzierung von Fixkosten

Die Produktionslogistik ist immer abhängig von Produkt, Unternehmen, Produktionsprozess und Markt. Es sind jedoch Grundsätze in der Produktionslogistik vorhanden, die universelle Geltung haben.

Grundsätze in der Produktionslogistik

  1. Belastung und Leistung müssen langfristig im Gleichgewicht stehen
  2. Durchlaufzeit und Reichweite an einem Arbeitssystem ergeben sich aus dem Verhältnis von Bestand und Leistung
  3. Eine Verringerung der Arbeissystemauslastung ermöglicht eine überproportionalen Abbau von Bestand und Durchlaufzeit
  4. Mittelwert und Streuung der Auftragszeiten bestimmen das logistische Potential einer Fertigung
  5. Der zur Sicherung der Systemauslastung erforderliche Pufferbestand wird maßgeblich von der Belastungs- und Kapazitätsflexibilität bestimmt
  6. Die Übergangszeit ist bei einer FIFO Abfertigung unabhängig von der individuellen Auftragszeit der Arbeitsvorgänge
  7. Die mittlere Durchlaufzeit läßt sich nur bei hohen Beständen und stark streuenden Auftragszeiten signifikant durch Reihenfolgeregeln beeinflussen
  8. Die Streuung der Durchlaufzeit wird von der Abfertigungsregel, dem Bestandsniveau und der Streuung der Auftragszeit bestimmt
  9. Mittelwert und Streuung der Auftragszeit bestimmen die logistischen Prozesssicherheit

1. Belastung und Leistung müssen langfristig im Gleichgewicht stehen

Die Leistung eines Arbeitssystemes muss langfristig der Belastung entsprechen. Dieses System kann jedoch unterschiedliche Ausprägungen haben. Im folgenden sehen Sie ein System bei dem ein hohes Bestandsniveau realisiert ist.

Grundgesetz der Logistik 1 Hohes Bestandsniveau

Grundgesetz der Logistik 1 Hohes Bestandsniveau

Im Gegensatz hierzu sehen Sie hier ein System, dass im Vergleich ein niedrigeres Bestandsniveau realisiert hat.

Grundgesetz der Logistik 1 Niedriges Bestandsniveau

Grundgesetz der Logistik 1 Niedriges Bestandsniveau

Die Höhe des Bestandsniveaus und der Leistung wirken sich direkt auf die Durchlaufzeit aus.